EV.-REF. KIRCHENGEMEINDE NEVIGES
42553 Velbert,
Siebeneicker Str. 4, Telefon, (0 20 53) 73 63, Telefax (0 20 53) 37 63
Stand: 04.04.2006
kleinere
Korrekturen wurden am 6.11.11 eingearbeitet
-- die Gemeindekonzeption wird derzeit fortgeschrieben
und steht demnächst in einer neuen Fassung zur Verfügung --
Vorwort
Nachdem
das Presbyterium der Ev.-ref. Kirchengemeinde Neviges alle Kreise der Gemeinde
besucht und befragt hat und die Gemeinde in den Gemeindeversammlungen zu ihren
Wünschen und Zielvorstellungen Stellung genommen hat, stellt Ihnen das
Presbyterium nach Beratung in Sitzungen und Ausschüssen eine Gemeindekonzeption
vor. Diese Konzeption soll im Dialog mit der Gemeinde fortgeschrieben und – wo
nötig – verändert werden. Wir gehen von einem Zeitraum von 5 Jahren aus, in dem
wir die Schwerpunkte der Gemeindearbeit so anstreben wie im Folgenden
beschrieben.
Präambel und Auftrag
Wir
sind eine Gemeinde, die sich in ihrem Leben und Handeln an Gottes Wort
orientiert, so wie wir es in der Bibel hören und heute verstehen. Gottes Wille
ist Maßstab allen Denkens, Reden und Handelns. Wir gründen unser Leben auf
Jesus Christus, in dem uns Gottes Liebe begegnet ist. So wie Jesus den Menschen
begegnete, wollen wir auch mit den Menschen umgehen. Wir wollen unsere Zeit und
Kraft einsetzen, um Gottes Liebe allen Menschen in Wort und Tat weiterzugeben
und zu bezeugen.
Im
Auftrag Jesu rufen wir Menschen in seine Nachfolge und wollen selbst diese
Nachfolge Jesu glaubwürdig leben. Darum wollen wir gemeinsam auf Gottes Wort
hören, uns mit unserem Glauben auseinandersetzen und von der Liebe Gottes
erzählen. Wir wollen im Gebet und Lied unsere Freude, unseren Dank und unser
Leid vor Gott bringen und uns vom Heiligen Geist leiten und tragen lassen. Wir
wollen im Lichte Jesu auf die Sorgen und Fragen der Menschen hören, ihnen Mut
machen, sie stärken, unterstützen und Hilfe anbieten.
Dankbar
für die Liebe, die Gott uns täglich schenkt, loben wir ihn mit Herzen, Mund und
Händen und tun dies auch auf vielfältige musikalische Weise.
In
einer Welt der Vernetzung, Globalisierung und Annäherung der Völker beobachten
wir, dass der Zusammenhalt in Familie, Nachbarschaft und im Beruf sich zu
lockern bzw. aufzulösen beginnt. Die Folgen bekommen insbesondere Kinder,
Jugendliche, kranke und alte Menschen zu spüren, dann aber auch Menschen, die
arbeitslos, behindert oder fremd sind.
Wir
möchten deshalb in den verschieden Formen der Verkündigung, in Gruppen,
Einzelgesprächen und Beratung die Menschen in unserer Gemeinde begleiten und
ihnen in Wort und Tat weitergeben, wie der Glaube an den dreieinigen Gott unser
Leben trägt und Hoffnung schenkt.
1. Zur
Situation der Gemeinde heute:
1.1. Kommune
Die Ev.-ref. Kirchengemeinde Neviges liegt im
Städtedreieck Düsseldorf, Essen und Wuppertal. Bei der Kommunalreform von 1975
wurden die Städte Langenberg, Neviges und
Velbert zur Stadt „Velbert“ zusammengeschlossen, die Stadt Neviges
musste einige Gebiete an Wuppertal abtreten. Viele Bewohner können im eigenen
Stadtteil arbeiten, u. a. in einem großen Aluminium verarbeitenden Betrieb. Die
Nähe zu Wuppertal und der metallverarbeitenden Industrie in Velbert ermöglicht
ansonsten auch kurze Wege zum Arbeitsplatz. Eine über Jahrzehnte anhaltende
rege Bautätigkeit hat Zug um Zug neue Wohngebiete im Gemeindebereich entstehen
lassen und vor allem junge Familien zur Ansiedlung ermutigt. Diese Familien
haben häufig noch starke Bindungen zu ihren Herkunftsorten. Das prägt auch ihr
Einkaufs- und Freizeitverhalten. Meist dauert es Jahre, ehe sie am regen
Vereinsleben und am Gemeindeleben teilnehmen. Häufig entstehen die Kontakte
dann, wenn die Kinder die Kindergärten und Schulen im Stadtteil besuchen. Dies
erklärt sich zum anderen aber auch durch die fehlenden Freizeitangebote wie z.B. Disco, Kino, attraktive Räume
für größere Veranstaltungen. Begegnungsmöglichkeiten bieten in erster Linie die
evangelischen und katholischen Gemeinden, die Vereine und Schulen. Obwohl
Neviges ein bekannter katholischer Wallfahrtsort ist, sind 40 % der Bewohner
evangelisch, 30 % katholisch. Der Ausländeranteil ist inzwischen auf 11,7 %
gestiegen; die stärkste Gruppe bilden die Griechen.
1.2. Kirchengemeinde
Die Ev.-ref. Kirchengemeinde Neviges ist eine von 11 evangelischen Kirchengemeinden im Evangelischen Kirchenkreis Niederberg, der zur Ev. Kirche im Rheinland gehört. Die Kirchengemeinde besteht aus zwei Gemeindebezirken mit je einer Kirche, je einem Pfarrhaus, je einem Gemeindehaus und dem Haus Kirchplatz 5, in denen sich die Gemeinde versammelt und die Kreise zusammenkommen. Gottesdienste finden auch regelmäßig freitags im Altenheim und Krankenhaus statt. Die Kirchengemeinde hat einen Kindergarten. Der Gemeinde gehören außerdem das Gebäude mit der Friedhofsgärtnerei in der Siebeneicker Str. 30, die Friedhofskapelle und der evangelische Friedhof. Die Kirchengemeinde besitzt ein Grundstück in der Lukasstraße, für das sie Erbpacht erhält und ein kleines Wäldchen, den Pastoratsbusch.
Am 04.04.2006 waren folgende Personalstellen besetzt:
2 Pfarrer und 1 Pfarrer zur Anstellung
1 Kirchenmusikerin
1 C-Musiker
2 Küsterinnen
1 Hausmeister
1 Jugendmitarbeiter
1 Freigestellte Leiterin der Kindertagesstätte
3 Gruppenleiterinnen
3 Ergänzungskräfte
3 Reinigungskräfte
1.3. Was wird sich verändern, wo werden Schwerpunkte
gesetzt?
Das Presbyterium hat infolge rückläufiger Kirchensteuereinnahmen und nach Stellenkürzungen in den vergangenen Jahren in allen Bereichen der Gemeindearbeit nur noch wenige Reduzierungsmöglichkeiten, wenn nicht ganze Arbeitsbereiche eingestellt werden sollen. Geplant ist die Streichung einer Küsterstelle zum 01.09.2006. Angestrebt ist die Reduzierung des Eigenanteils für den Kindergarten. Hier werden auf verschiedenen Ebenen Verhandlungen geführt. Angestrebt ist eine Entlastung der Personalkosten durch Sponsoring. Überprüft wird der Gebäudebestand, ob eine bessere Ausnutzung und Vermietbarkeit der Räume möglich ist bzw. ob Gebäude verkauft werden müssen.
Angesichts der knapper werdenden Mittel zur
Finanzierung der Arbeit möchten wir Schwerpunkte setzen: Die Kinder- und
Jugendarbeit, eine Vielfalt der gottesdienstlichen und kirchenmusikalischen
Angebote und das gemeindliche und übergemeindliche diakonische Wirken sind uns
wichtig. Dies wird im Folgenden näher ausgeführt. In den Bereichen, der
lebendigen Gruppenarbeit und der Besuchsdienstarbeit sind wir verstärkt auf die
ehrenamtliche Mitarbeit angewiesen, um das breit gefächerte Angebot unserer Arbeit
aufrechterhalten zu können. Auf die Begleitung, Fortbildung und Anerkennung der
ehrenamtlich Mitarbeitenden legen wir großen Wert. Um die Gemeinde der Zukunft
zu bauen sind wir bestrebt, die unterschiedlichen Gaben, Bibelverständnisse,
theologischen Ansätze und Zielvorstellungen in gegenseitiger Achtung und
Anerkennung in die Gemeindearbeit einzubringen. Die Schwerpunkte in der
missionarischen Gemeindearbeit einerseits und der diakonisch-seelsorglichen
Arbeit andererseits sind Brennpunkten einer Ellipse vergleichbar, die in
Beziehung zueinander stehen. Gemeinsam fragen und suchen wir nach dem Weg, den
Gott mit unserer Gemeinde gehen will.
2.0.
Wir freuen uns über ein vielfältiges Angebot
an Gottesdiensten, kirchenmusikalischen Aktivitäten, Kreisen und Diensten in
unserer Gemeinde. Wir sind dankbar für die große Bereitschaft,
sich für ein Leben in Gemeinschaft, für eine lebendige
Glaubensverkündigung in Wort, Lied und Tat einzubringen, für den großen Einsatz
für Kinder, Jugendliche, Familien und ältere Menschen, für das Engagement für
sozialen Zusammenhalt, Frieden und Gerechtigkeit.
Als Schwerpunkte sind uns wichtig:
2.1.
Gottesdienste
In einer Gesellschaft, in der eine immer
größer werdende Zahl von Menschen ohne religiöse Bindung aufgewachsen ist und
dem christlichen Glauben fremd gegenübersteht, in der aber zugleich die
Sehnsucht nach religiöser Orientierung zunimmt, ist es unsere Aufgabe als
Gemeinde, die frohe Botschaft zeitgemäß und lebensnah weiterzugeben, unseren
Glauben in Wort und Tat zu bekennen und glaubwürdig zu leben.
Die Gottesdienstbesucher sollen in unseren
Gottesdiensten Kraft schöpfen, Glauben an den dreieinigen Gott finden und
Klarheit für ihr Leben gewinnen können. Unsere Gottesdienste sollen Wahrheit,
Wärme und den Bezug zu unserem Alltag ausstrahlen und so Menschen einladen,
sich in ihrem Leben an Gottes Wort zu orientieren und Kraft, Zuversicht und
Trost aus dem Wort zu schöpfen.
Neben den traditionellen
Sonntagsgottesdienst treten neu der kreative und der meditative Gottesdienst.
Hinzu kommen eine Vielzahl von Gottesdiensten für Zielgruppen: der
Kindergartengottesdienst, der Kindergottesdienst, der Schulgottesdienst, der
Jugendgottesdienst und der Familiengottesdienst, die alle regelmäßig angeboten
werden. Weiter sind die Gottesdienste zu den verschiedenen Anlässen zu nennen:
Trauung, Taufe, Konfirmation, Konfirmations- und Traujubiläen, andere Jubiläen,
besondere Tage wie Sternsingen, Weltgebetstag, Allianz-Gebetswoche,
Weihnachtsmarkt u.ä. In der Vor- und Nachbereitung sowie der Gestaltung dieser
Gottesdienste sind viele haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitende beteiligt. Es
müssen hier auch Relationen bedacht werden angesichts der starken zeitlichen
Beanspruchung durch die hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und der
entstehenden Energiekosten. Die Vielfalt dieser Gottesdienstangebote ist uns
aber sehr wichtig.
Neue Ansätze zur Ausgestaltung der
Gottesdienste finden sich im Jugendgottesdienst „The Core“, einem
Gottesdienstprojekt von Jugendlichen für Jugendliche – hier werden neue Wege
der Liturgie und der Verkündigung im Gottesdienst gesucht und begangen –, im
Gottesdienst kreativ, in dem mehr Raum für modernes Liedgut und ein starker Bezug
auf Alltags- und Lebenssituationen gegeben sind und schließlich im meditativen
Gottesdienst, der von der Atmosphäre und den Liedern her Ruhe ausstrahlen will
und die Botschaft mit nachdenklichen, besinnlichen Gedanken weitergeben möchte.
2.2.
Kirchenmusik
In unserer Gemeinde gibt es ein
vielfältiges Angebot für Menschen, die für Kirchenmusik offen sind. Dieses
Angebot umfasst auch unterschiedliche musikalische Richtungen und Altersstufen.
Wir sehen die Kirchenmusik als einen wesentlichen Bestandteil der Gemeindearbeit
und des Gemeindeaufbaus, ihre vornehmste Aufgabe ist das Zusammenwirken mit der
Wortverkündigung im Gottesdienst zum Lobe Gottes. Es gibt in der Gemeinde den
Kirchenchor geleitet von Frau Levina, den Posaunenchor geleitet von Frau
Iffland und den CVJM-Singkreis “Lichtblick“, der von Matthias Schnabel geleitet
wird. Nebenamtlich ist außerdem Herr Benninghoven für das Orgelspiel in der
Siepener Kirche eingestellt.
Zur Durchführung eines vielschichtigen
kirchenmusikalischen Angebotes sind umfangreiche Ressourcen notwendig. Neben
den haupt- und nebenamtlichen Kirchenmusikern werden Vertretungskräfte und
Ehrenamtliche benötigt. Proberäume, Instrumente, Noten und nicht zuletzt gut
gewartete Orgeln sind für die Arbeit erforderlich.
Die regelmäßige Probearbeit der Chöre,
ihre Mitgestaltung bei den Gottesdiensten und anderen Gemeindeveranstaltungen
tragen nicht unwesentlich zum Gemeindeaufbau bei. Ihre Auftritte und Konzerte
haben immer eine Öffentlichkeitswirkung und einen einladenden Charakter. Da
viele Chormitglieder auch in anderen Gemeindekreisen tätig sind, ergeben sich
viele Verknüpfungspunkte im
Gemeindeleben.
2.3.
Gemeinde für Kinder
Wir wollen uns für Kinder einsetzen in
einer Gesellschaft, in der Kinder und Jugendliche stark vereinzeln und wenig
soziale Treffpunkte haben, in der das gemeinsame Leben in den Familien unter
starkem sozialen Druck und Wandel steht und es für Kinder und Jugendliche
schwer ist, tragende Werte zu finden.
In den verschiedenartigen Gottesdiensten
für Kinder, in Eltern-Kind-Gruppen, Kindergruppen, dem Verein „Mutter hat
frei“, den wir unterstützen, und im Kindergarten geben wir Raum für Kinder und
Familien, in einer Atmosphäre der Zuwendung, Annahme und Geborgenheit
zusammenzukommen und ganz elementar mit Herzen, Mund und Händen die Botschaft
von der Liebe Gottes zu erfahren.
Der Kindergarten (Tageseinrichtung für
Kinder) hat 3 Gruppen. Jedes Kind verbringt seine Kindergartenzeit in einer
festen Gruppe. Hier ist wichtig, den Kindern eine geborgene Atmosphäre mit
verlässlichen Bezugspersonen zu bieten, in der sie sich wohlfühlen. Zusätzliche
Spielmöglichkeiten im Flur, Waschraum und Außengelände werden von allen Gruppen
gemeinsam genutzt, und die Kinder haben hier die Möglichkeit, auch Kinder aus
den anderen Gruppen kennen zu lernen und zu treffen. Wir sind bemüht, jedes
Kind individuell zu fördern und ein Gruppengefühl zu vermitteln.
Die Kinder sollen viel von Gott und Jesus
erfahren, die Bibel und Gottes Schöpfung kennen lernen.
Wir möchten ihnen auf vielfältige Weise Raum
zum Entdecken und Entwickeln bieten, in Bezug auf die Bibel und das alltägliche
Leben.
Erfahrungen im Zusammenleben, wie
Rücksichtsnahme, Fairness, gemeinsam sind wir stark, und ich gehöre dazu,
sollen gemacht werden. Gruppenregeln und Tagesabläufe sollen vermittelt werden.
Verhaltensweisen im Umgang miteinander sollen erlernt werden.
Die Kinder sollen die Möglichkeit haben,
verschiedene Umwelterfahrungen und Materialerfahrungen machen zu können. Diese
Erfahrung sollen sie im kognitiven, motorischen und emotionalen Bereich machen
können.
Dafür bieten wir an:
·
regelmäßige Stuhlkreise
zu ausgesuchten Themen,
·
fortlaufende biblische
Geschichten jeden Donnerstag und Gottesdienste,
·
Bibelwochen,
·
Wald AG,
·
verschiedene Programme
für die Vorschulkinder, wie Besuche bei der Feuerwehr, im Museum, der
Stadtbücherei und vieles mehr.
Dass der Kindergarten fest in die Arbeit
unserer Gemeinde eingebunden ist, zeigt sich in den Familiengottesdiensten,
beim Gemeindefest, dem Weihnachtsmarkt und anderen Veranstaltungen, die der
Kindergarten mit gestaltet.
2.4.
Jugendarbeit
Die ev.-ref. Kirchengemeinde Neviges hat
die Jugendarbeit dem CVJM Neviges übertragen. Sie stellt dafür dem CVJM Räume
und Sachkosten zur Verfügung und garantiert 50 % der Personalkosten für die Stelle
des Jugendmitarbeiters, weitere 25 % aus Rücklagen (zeitlich begrenzt). Der
Förderkreis des CVJM ist bemüht, aus Spenden ebenfalls 25 % der Personalkosten
zu tragen, er zahlt zurzeit jährlich 6.150,00 Euro.
Der Jugendmitarbeiter begleitet, schult
und berät derzeit 40 Mitarbeitende, die mindestens bei einer Gruppe mitarbeiten
bzw. helfen. Er koordiniert die Arbeit von 4 Gruppen in der Kinderarbeit und
von 5 Kreisen bzw. Kursen in der Jugendarbeit. Hinzu kommt die Arbeit in
Projekten und Freizeiten.
Die Konzeption der Arbeit wurde mit den
Mitarbeiter/innen in den Gremien des CVJM Neviges erarbeitet. Ziel der
CVJM-Arbeit ist es, junge Menschen in die Nachfolge Jesu einzuladen, sie auf
diesem Weg zu begleiten, die Gemeinschaft untereinander zu fördern und ihnen zu
helfen, zu gefertigten Persönlichkeiten heranzureifen, die aus dem Glauben
heraus verantwortungsbewusst leben und handeln.
Ziel ist es, eine langfristig auf
Wachstum angelegte Jugendarbeit zu schaffen, die die Gemeinde mit prägt. Der
Erfolg einer Jugendarbeit lässt sich nur an den Früchten erkennen, die
teilweise erst Jahre später sichtbar werden. Der CVJM will in seiner Arbeit
Gott ehren, der jungen Generation helfen, sie erreichen und einladen, sie
untereinander verbinden, sie schulen und begleiten.
2.5. Diakonie
Wir leben aus der Liebe, die uns in Jesus
Christus begegnet ist. Weil Gott uns so beschenkt hat, darum wollen wir auch
Zeit und Kraft einsetzen, um seine Liebe allen Menschen in Wort und Tat weiterzugeben.
Deshalb wollen wir gerade auch für Menschen in Sorge, Angst und Not da sein und
sie im Geiste Jesu begleiten, sie entlasten, ihnen helfen.
Diakonie vor Ort bieten wir an bei
altersbedingten Schwierigkeiten durch Besuchsdienste für alte Menschen, durch
Seelsorgehelferteams im Altenheim und Krankenhaus. Wir arbeiten mit dem
Hospizverein St. Elisabeth, der ökumenischen Krankenhaushilfe und der
Tagespflege Neviges zusammen, um Menschen in Krankheit, Alter und am Lebensende
zu begleiten. Wir bieten häusliche Hilfe für alte Menschen. Familien mit ihren
Sorgen und Problemen erfahren Hilfe in der Kindertagesstätte, der Jugendarbeit
und durch die ökumenische Flüchtlingshilfe. Für besondere soziale
Schwierigkeiten gibt es neben individueller Hilfe durch die Mitarbeiter/innen
der Kirchengemeinde, Angebote der Velberter Tafel, der Anonymen Alkoholiker und
der Behindertenseelsorge. Weltweit unterstützen wir Projekte durch den
Eine-Welt-Laden, den ökumenischen Eine-Welt-Marsch, durch Basare,
Weihnachtsmärkte und Sternsingen.
All diese diakonische Arbeit vor Ort wird
in enger Zusammenarbeit von haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen
getragen und trägt sich durch Kollekten, Spenden und Basareinnahmen.
Im Verbund mit den anderen
Kirchengemeinden und dem Kirchenkreis ist die Kirchengemeinde Träger des
Diakonischen Werkes im Kirchenkreis Niederberg e.V. Durch seine hauptamtlichen
Mitarbeiter/innen bietet das Diakonische Werk Pflege und Haushaltshilfen durch
die Diakoniestation an. Das Diakonische Werk ist Träger des Stadtteilteams in
Neviges, es bietet ferner allgemeine soziale Beratung, Schuldnerberatung,
Suchtberatung, Beratung für Wohnungslose, übernimmt gesetzliche Betreuungen,
bietet flexible erzieherische Hilfen an und koordiniert Angebote im Rahmen der
offen Ganztagsgrundschule. Über eine Tochtergesellschaft werden
Eingliederungsprojekte für Langzeitarbeitslose und arbeitslose Jugendliche
angeboten.
Die qualifizierte Beratung und Hilfe
durch die Mitarbeiter/innen des Diakonischen Werkes kann nicht durch Gebühren
der Ratsuchenden finanziert werden, sie ist auf öffentliche und kirchliche
Zuschüsse angewiesen. Für Menschen in diesen schwerwiegenden Notlagen zahlt die
Kirchengemeinde jährlich rund 43.000,00 Euro. In Zeiten wachsender sozialer
Schwierigkeiten soll unsere Hilfe den Ratsuchenden und Notleidenden nicht
entzogen werden.
3. Gewachsene Gemeindearbeit in Zeiten des
Umbruchs
3.1. Seelsorge
3.2. Amtshandlungen
3.3. Kirchlicher
Unterricht
3.4. Besuche
3.5. Kreise
3.6. Ökumene
3.1. Seelsorge
Seelsorge geschieht auf allen Ebenen der
Gemeindearbeit. Sie geschieht durch die Pfarrer und die haupt- und ehrenamtlich
Mitarbeitenden in gleicher Weise. Oftmals ergänzen sich hier auch
seelsorgerliche Gespräche und tätiges Miteinander. Die Pfarrer stehen dabei den
Mitarbeitenden beratend zur Seite. Teilweise werden die Mitarbeitenden gezielt
für ihre Aufgaben geschult. Dies ist um so wichtiger, wenn die Pfarrer in
Kreisen, im Kindergarten oder nach Besuchen durch die Mitarbeitenden
Rückmeldungen erhalten und um fachlichen Rat gebeten werden.
Im Hinblick auf Stellenkürzungen und die
vielfältigen Anforderungen der hauptamtlich Mitarbeitenden ist uns der Auf- und
Ausbau der Besuchsdienste und Seelsorgehelferteams sehr wichtig. Regelmäßige
Treffen mit den Pfarrern sind Teil der seelsorgerlichen Tätigkeit der
Pfarrer. Für ihre seelsorgerlichen Gespräche und Besuche bei Erziehungs-, Ehe-
und Familienproblemen, bei alten und kranken Menschen, in der Notfallseelsorge
und Trauerbegleitung soll ausreichend Zeit zur Verfügung stehen. Dafür sollen
andere Aufgaben gegebenenfalls von ehrenamtlich Mitarbeitenden übernommen
werden, z. B. Geburtstagsbesuche.
3.2. Amtshandlungen
Wir stellen fest, dass die Zahl der
Trauungen, Taufen und Konfirmationen rückläufig ist. Bezüglich der Beerdigungen
trifft dies nur auf den ev. Friedhof Neviges zu, viele verstorbene
Gemeindeglieder lassen sich anonym auf auswärtigen Friedhöfen bestatten.
Hier brechen Traditionen ab, die früher
wichtige Lebensabschnitte im Leben eines Menschen markiert haben und als
Familienfeiern große Bedeutung hatten. Bei allem Bemühen um eine festliche und
familienfreundliche Ausgestaltung der Amtshandlungen können gesellschaftliche
Entwicklungen und geänderte Lebensgewohnheiten der Familien nicht übersehen
werden, die zu diesem Trend führen. Amtshandlungen als volkskirchliche
Lebensbegleitung sind zunehmend weniger gefragt. Um so mehr werden Amtshandlungen
auf der anderen Seite wieder zu einer bewussten Entscheidung für ein Leben in
der Nachfolge Jesu und unter Gottes Segen. Hier ist eine verstärkte
Bereitschaft zu spüren, sich aktiv am Gemeindeleben zu beteiligen. Bei den
Amtshandlungen selbst laden wir die Betroffenen und ihre Familien ein, diese aktiv mit zu gestalten und stoßen
dabei auf viel Resonanz.
Uns ist bewusst, dass ein Rückgang von
Amtshandlungen auch einen Rückgang der Gemeindegliederzahlen zur Folge haben
wird. Diesem Trend möchten wir als einladende und missionarisch aktive Gemeinde
begegnen, die nach zeitgemäßen Wegen und Antworten zu Fragen des Glaubens
sucht.
3.3.
Kirchlicher Unterricht
Die Rahmenbedingungen des kirchlichen
Unterrichts haben sich deutlich geändert: Ganztagsschulen, ein umfangreiches
Freizeitangebot in den umliegenden Großstädten, nachlassende Begleitung durch die
Elternhäuser, zunehmend mehr verhaltensauffällige Jugendliche, veränderte Hör-
und Sehgewohnheiten der Jugendlichen; dies sind einige der Faktoren, die
veränderte Unterrichtszeiten und Formen erforderlich machen und auch die
Vermittlung der Inhalte mit anderen Methoden sinnvoll erscheinen lassen. Die 50
bis 60 Jugendlichen eines Jahrgangs werden zurzeit dienstags und samstags
unterrichtet. Die Gruppen finden teils wöchentlich, teils 14-tägig statt. Die
Pfarrer arbeiten je nach Unterrichtsform mit Konfirmandenhelfern oder einem
Team zusammen. Dies ermöglicht eine vielseitige Gruppenarbeit und schafft
Verknüpfungen zu anderen Bereichen des Gemeindelebens. Besonders liegt uns
daran, Brücken zu schlagen zur Jugendarbeit, der Kirchenmusik und dem
Kindergottesdienst. Der regelmäßige Gottesdienstbesuch der Konfirmanden ist uns
wichtig. Im ersten Unterrichtsjahr sollen die Kinder bzw. Jugendlichen
dabei den Kindergottesdienst besuchen, um sich mit grundlegenden biblischen Texten
auseinanderzusetzen. Im zweiten Unterrichtsjahr sollen sie die Vielfalt
gottesdienstlicher Formen mit erleben können und sich im Gottesdienst als Teil
der Gemeinde erfahren, die gemeinsam auf Gottes Wort hört, nach seinem Willen
fragt und nach Antworten sucht, was es heißt, heute in der Nachfolge Christi
als Christ zu leben. Dies möchte der Unterricht ergänzen und vertiefen.
In der Diskussion ist das Konzept einer
zweiphasigen Konfirmandenarbeit. Das erste Konfirmandenjahr fände dabei im 4.
Schuljahr statt. In diesem Alter bringen die Kinder viel Offenheit für
Glaubensfragen mit und beteiligen sich gern in Kindergruppen. Die zweite Phase
begänne etwa im Alter von 13 für die Konfirmanden. Regelmäßige Treffen in der
Zeit dazwischen, Teilnahme an Gruppenaktionen und dem Kindergottesdienst würden
zwischen diesen Phasen angeboten und erwartet.
3.4. Besuchsdienst
In unserer Gemeinde ergänzen
Besuchsdienste die Besuche der Pfarrer und Hauptamtlichen. Neben den Besuchen
der Mitglieder der jeweiligen Kreise werden vor allem ältere und kranke Gemeindeglieder
besucht, außerdem die 76- bis über 79-Jährigen zu ihrem Geburtstag und
Neuzugezogene.
Der Besuchsdienst und die
Seelsorgehelferteams treffen sich regelmäßig und tauschen ihre Erfahrungen aus,
lassen sich geistlich für ihre Aufgaben zurüsten.
Diese Besuche sind für viele alte und
kranke Gemeindeglieder eine Brücke zur Gemeinde. Selbst können sie meist nicht
mehr die Gottesdienste und Gemeindeveranstaltungen besuchen.
3.5. Kreise
Die Kreise in unserer Gemeinde sind
wichtige Säulen der Gemeindearbeit. Das vielfältige Angebot unserer Gemeinde-
und Hauskreise will die unterschiedlichen Gaben und Anfragen unserer
Gemeindeglieder aufgreifen. Alle Kreise haben eine eigene Geschichte, wie sie
gewachsen sind und wer sie geleitet hat. Es hat sich gezeigt, dass sie stark
abhängig sind vom Engagement der Teilnehmenden und der Leitung. Für die Zukunft
zeichnet sich ab, dass die Leitung durch Ehrenamtliche verstärkt werden muss,
die dann aber durch Hauptamtliche begleitet und beraten werden sollen.
Für den Gemeindeaufbau ist es wichtig,
die Kinderarbeit und die Arbeit mit jungen Familien zu stärken. Hier gilt es,
hierfür Ehrenamtliche zu motivieren und geeignete Räume bereitzustellen.
3.6. Ökumene
Seit Mitte der 70er Jahre gibt es
vielfältige Kontakte und gemeinsame Aktionen mit den katholischen
Pfarrgemeinden St. Mariä Empfängnis und Christi Auferstehung. Sie reichen von
gemeinsamen Kinderbibeltagen, Schulgottesdiensten und Sternsingen bis hin zur
Begleitung von Kranken und Sterbenden im Elisabeth Krankenhaus. Eine lange
Tradition hat die Zusammenarbeit der Chöre, der Frauenhilfe und
Frauengemeinschaft. Wöchentlich trifft man sich zur ökumenischen Marktandacht.
In der gemeinsamen Eine-Welt-Arbeit, dem Eine-Welt-Marsch, der Betreuung
von Flüchtlingen und dem Weltgebetstag wird auch die weltweite Verantwortung
gemeinsam übernommen und zur Sprache gebracht.
Jährlich wechselnd findet das ökumenische
Pfarrgemeindefest im Bereich der ev. oder kath. Gemeinde statt. Im Mittelpunkt
stehen die Begegnung, das gemeinsame Tun und Erleben. Die gemeinsame
Gottesdienstfeier ist sonntags leider nicht möglich, eine Andacht am
Sonntagnachmittag bündelt regelmäßig das Erlebte.
Durch Strukturveränderungen in der kath.
Kirche wird die Gemeinde Christi Auferstehung Teil der Gemeinde St. Mariä
Empfängnis. Ein Pfarrer ist für ursprünglich 3 Gemeinden zuständig. Noch
stärker als auf evangelischer Seite wird die ökumenische Arbeit von Laien
getragen.
Eine Besonderheit stellt die
Zusammenarbeit mit einzelnen Franziskanerpatern dar, die sich als Referenten
und Prediger in die ökumenische Arbeit vor Ort (Marktandacht) einbringen.